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Objekt des Monats

août

Gold für Güte

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von Appenzell Innerrhoden aus traditionsreiche Handstickerei in die Welt exportiert. Um diese Meisterwerke der Nadelkunst vor Fälschung zu schützen, brachten die Betriebe an den Stickereien vergoldete Schutzmarken an mit dem Prägedruck, der eine Handstickerin zeigt. Roland Scotti, Kurator des Kunstmuseums Appenzell, zeigt ein Werbeplakat, das Kaufinteressenten dazu aufforderte, nur Ware mit jenem Gütesiegel zu erwerben. Entworfen hat das Plakat – von dem es Ausführungen auf Deutsch und Englisch gibt – der in Appenzell wohnhafte Kunstmaler Carl August Liner (1871–1946) in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts. «Inzwischen können sich aber selbst Alteingesessene nicht mehr an dieses Gütesiegel als höch­ste Wertschätzung für die Appenzeller Hand­stickerei erinnern», sagt Roland Scotti. Bemerkenswert sei, wie stark Kunsthandwerk und Industrie früher Hand in Hand gingen. «Carl August Liner erschuf in diesem Sinne nicht nur Kunst, sondern war gewissermassen auch als Designer tätig, bevor es diesen Beruf überhaupt gab.» klu

TechnikOffset-Druck nach aquarellierter Zeichnung, mit Prägedrucken auf Metall
Besonderheit

Die abgebildete Handelsmarke wurde als Gütesiegel auf Appenzeller Handstickereien angebracht.

StandortKunstmuseum Appenzell
QuelleAppenzeller Magazin, Juli 2022