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Objekt des Monats

Oktober

Im Puppenparadies

Puppen, wohin das Auge reicht: Im appenzellischen Wald befindet sich die private Spielzeugsammlung Waldfee. Angefangen hat es mit Souvenirs, die Museumsbesitzerin Gabriele Müller Gloor von ihren Reisen mitbrachte. «Puppen sagen viel über ein Volk aus, denn sie widerspiegeln in den Materialien und Macharten seine Traditionen und Eigenheiten», begründet die 66-Jährige den Ursprung ihrer Sammlung. Heute beherbergt das Museum rund 15 000 Exponate. Der Eintritt ist frei, finanziert wird der Betrieb durch Spenden und den kleinen Verkaufsladen im Untergeschoss.

Es fällt nicht leicht, sich für ein Exponat aus der Sammlung zu entscheiden. Jedes der Stücke hat seine eigene Geschichte. Letztlich wählt Gabriele Müller Gloor drei Appenzeller Trachtenpuppen und liefert dazu eine spannende Entstehungsgeschichte. Der Gaiser Zahnarzt Karl Glunk bemerkte, dass man aus Zahnprothesenmasse auch andere Gegenstände formen kann und begann mit der Herstellung von Puppen. Für das Nähen der Schweizer Trachten musste seine Frau Anna Glunk bald einheimische Frauen zu Hilfe holen. Die berühmte Schweizer Puppenmacherin Sasha Morgenthaler brachte vermehrt Korrekturen bei den Gesichtern an, damit die Puppen in ihren Augen tauglich für den Verkauf im Schweizer Heimatwerk waren. cli

 

Material/Dateriung

Gliedmassen und Kopf aus Kunststoff gegossen, Körper aus Draht und Stoff. Handarbeit. Hergestellt in Gais.
Herstellungsjahr zwischen 1950 und 1960. Grösse zirka 15 Zentimeter. Damaliger Verkaufspreis: 31.50 Franken.

Besonderheit

Die Figuren sind aus Zahnprothesenmasse hergestellt

Standort

Spielzeugsammlung Waldfee, Wald AR

QuelleAppenzeller Magazin, Ausgabe August 2021