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Objekt des Monats

August

Ansichtskartenautomat

Birgit Langenegger, Co-Leiterin und Kuratorin des Museums Appenzell, spricht von einem faszi­nierenden Exponat. «Auch wenn der Ansichtskartenautomat nicht im musealen Sinn kostbar ist, passt er hervorragend in unsere Objektsammlung zur Kulturgeschichte von Appenzell Innerrhoden. Er zeigt, welche Bedeutung der Tourismus hierzulande bereits anfangs des 20. Jahrhunderts hatte.» Ansichtskarten waren damals populär, es gab sie in Hülle und Fülle. «Und Bildkarten mit Kurznachrichten zu versenden, war das, was heute SMS und WhatsApp sind», sagt die Volkskundlerin. In den Besitz des Kartenautomaten, der bis in die 1960er-Jahre im Berggasthaus Plattenbödeli in Betrieb war, kam das Museum 1999 für die Sonderausstellung «Vom Fremden zum Gast. 100 Jahre Kur- und Verkehrsverein Appenzell». Der Mechanismus des Automaten ist simpel: Der Einwurf einer 20-Rappen-Münze aktiviert das System, mit einer Kurbel bewegt man das zahnradbetriebene Band bis die gewünschte Karte so platziert ist, dass durch Drehen der zweiten Kurbel ein Saugnapf auf die Karte gedrückt werden kann, der sie dann ins Auswurffach befördert.  jsp

Material/Datierung

Blech und Glas. Hersteller: Automatenbau Foto Heim, Dornbirn, Österreich. Baujahr: unbekannt (vermutlich um 1930). Grösse: 90 x 28 x 26 Zentimeter.

Besonderheit

Der Automat wird mechanisch betrieben, die Karten zeigen Berge und Seen im Alpstein.

Standort

Museum Appenzell

QuelleAppenzeller Magazin, Ausgabe Mai 2021