Objekt des Monats
August
Fotoalbum-Postkarte Schwellbrunn
Die aufwendig konstruierte Ansichtskarte aus Schwellbrunn zeigt eine junge Frau mit zwei Schwalben und ist gleichzeitig ein kleines Leporello mit acht Fotografien vom Dorf und von touristischen Betrieben: Gasthäuser Kreuz, Säntisblick, Harmonie und Hirschen sowie die Sommerwirtschaft Sitz. «Leider hat die Karte keinen Poststempel, aber sie dürfte um 1912 hergestellt worden sein», sagt Thomas Fuchs, Kurator des Museums Herisau. Diese Art Postkarte gab es auch von verschiedenen anderen Orten wie Walzenhausen oder Teufen. «Besonders bemerkenswert sind die Goldlettern auf dem kleinen Fotoalbum im Miniformat», findet der Kurator. Schwellbrunn entwickelte sich ab Mitte der 1870er-Jahren zum Luftkurort für einfache Leute: «Die meisten Gäste gehören dem Mittelstand an und müssen nicht, wie an vornehmen Kurorten, einen grossen Aufwand mit Kleidern treiben», heisst es im 1889 erschienenen Tourismusführer von Schwellbrunn. Zu den regelmässigen Gästen zählten ab 1909 die Ferienkolonien aus den Zürcher Gemeinden Adliswil, Thalwil, Höngg und Affoltern. Nach 1918 reisten Jugendlager aus der ganzen Schweiz an. Heute lässt es sich vortrefflich im Fabrikantenhaus Schwellbrunn «Ferien im Baudenkmal» verbringen und damit den Hauch einer vergangenen Zeit erhaschen!
Machart
Postkarte um 1912
Besonderheit
Ein Leporello von 54 cm Länge
Standort
Museum Herisau
