Objekt des Monats
Dezember
Die Klarinette von Wolfhalden
Das Museum Wolfhalden besitzt eine über 200jährige Klarinette. Sie wurde vom einheimischen Instrumentenbauer Bartholome Lutz (1756–1833) gebaut. Lutz war gelernter Tischler und begann zuerst autodidaktisch Wanduhren herzustellen. Als Lutz eine Klarinette zu Gesicht bekam, faszinierte ihn dieses Instrument derart, dass er sich davon ein Modell anfertigte, ob in Form einer Zeichnung oder eines Modells, ist nicht überliefert. Für eine Musikgesellschaft in Thal SG baute Lutz in den 1780er-Jahren seine erste Klarinette. Um 1800 wurden in der Schweiz zahlreiche zivile Blasmusikvereine gegründet, die man auch als «türkische» Musik bezeichnete, weil sie typische Schlaginstrumente (Triangel, Tschinellen, grosse Trommel und Schellenbaum) aus der Militärmusik des osmanischen Reichs übernommen hatten und so ihren ganz charakteristischen Klang erhielten.
Ab der ersten Anfertigung eines Musikinstruments war Lutz dermassen gefragt, dass er später einen «Lehrbueb» (Bartholome Hohl) beschäftigen konnte, der nach dem Tod von Bartholome Lutz das Instrumentenbauen weiterbetrieb.
Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Hochschule der Künste Bern (HKB) konnten von Lutz 10 Klarinetten und weitere Instrumente identifiziert und vermessen werden. Einige wurden restauriert und können nun wieder angespielt werden. So auch die Klarinette, die im Museum Wolfhalden zu sehen ist. Von ihrem Klang kann man sich in der Ausstellung an einer Hörstation überzeugen, angespielt von Bernhard Röthlisberger, Soloklarinettist, Bern.
Arthur Sturzenegger, Verein Museum Wolfhalden
Machart
Klarinette in C, 6teilig. 5 Messingklappen, Buchsbaum, Hornringe. Das Mundstück ist möglicherweise original.
Besonderheit
Die Klarinette ist signiert: LUTZ A WOLFHALDEN
Standort
Museum Wolfhalden


