Objekt des Monats
März
Lebensmittelkarten
Elsa Preisig legt im Bistro des Brauchtumsmuseums Urnäsch einen Umschlag mit alten Lebensmittelkarten auf den Tisch. «Die habe ich in einer Schublade meines verstorbenen Mannes gefunden. Sie gehörten meinem Schwiegervater», sagt die 91-Jährige. «Könnt ihr sie brauchen?» Walter Frick, Kurator des Museums, begutachtet sie kurz und nickt. «Wir nehmen sie in unser Archiv», erklärt er und bedankt sich. Elsa Preisig kann sich gut an die Zeit erinnern, als während und nach dem Zweiten Weltkrieg die Lebensmittel rationiert waren. Sie war damals noch ein Schulkind. «Die Karten waren wichtiger als Geld.» Die Lebensmittelkarten wurden in der Schweiz zwischen Oktober 1939 und Sommer 1948 ausgegeben, um eine ausreichende Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen. Nahrungsmittel wie Butter, Milch, Zucker oder Mehl konnten nur mit den Lebensmittelmarken bezogen werden. Einmal im Monat gab die zuständige Gemeinde die Scheine heraus. «Vor dem Gemeindehaus Hundwil befand sich eine lange Bank und darauf warteten die Leute, bis sie an der Reihe waren», erzählt Elsa Preisig.
Machart
Papier, Karton
Besonderheit
überlebenswichtig
Standort
Brauchtumsmuseum Urnäsch


